Markt für PBX-Telefonanlagen – weiterhin fest in der Hand von TK-Anbietern

Markt für PBX-Telefonanlagen – weiterhin fest in der Hand von TK-Anbietern

2. Juni 2017 News

Die im Frühjahr 2015 von der Deutschen Telekom angekündigte Ablösung der ISDN-Technologie beeinflusste bisher kaum den deutschen Markt für PBX-Telefonanlagen. Mit zunehmender Verbreitung der IP-Telefonie dürfte der PBX-Markt auch für Softwarehäuser attraktiver werden. Aktuelle ama-Analysen zeigen allerdings, dass die fünf seit Jahren dominierenden PBX-Anbieter an diese neuen Wettbewerber bisher nur wenige Marktanteile abgeben mussten.

Telefonanlagen dringen immer stärker in die IT-Welt ein. Moderne PBX-Telefonanlagen benötigen keine dedizierte Hardware mehr, wie die klassischen ISDN-Anlagen. Sondern lediglich passende Endgeräte. Die eigentliche Telefonie übernehmen spezielle Softwarepakete, die entweder auf internen oder auf externen Servern (Cloud, SaaS) installiert sind. Traditionell auf Telefonielösungen spezialisierte Anbieter stehen seitdem im direkten Wettbewerb mit Anbietern aus dem Softwaresektor, die mit softwarebasierten TK-Lösungen ihr Angebotsportfolio erweitern.

Fehlende Marktdynamik – trotz neuer Technologie

Trotz veränderter Technologie – der deutsche PBX-Markt ist weiterhin fest in Händen von TK-Spezialisten. Deren Marktanteile veränderten sich in den letzten beiden Jahren nur wenig. Dies zeigt eine von ama im Frühjahr 2017 durchgeführte Erhebung der Marktstrukturen nach Standorten (siehe Grafiken unten).
Das von der Anwenderseite in diesem TK-Teilmarkt eine deutlich erhöhter Nachfrage im Firmengeschäft kaum zu erwarten ist, offenbarte eine von ama Anfang 2016 durchgeführte Anwenderbefragung in Unternehmen und Behörden. Danach hält sich die Bereitschaft der Entscheider, in moderne, softwarebasierte PBX-Anlagen zu investieren, in engen Grenzen: Gut zwei Drittel (70,1 %) beabsichtigten in den nächsten Jahren keine Modernisierung ihrer bestehenden PBX-Lösung (siehe hierzu Beitrag ITK-Marktmonitor – “Markt für PBX-Lösungen”).

Veränderungen im PBX-Markt in größerem Umfang gab es dennoch. Diese lagen jedoch eher bei den Anbietern selbst. So gab es bei Alcatel-Lucent einen Eigentümerwechsel. Seit Anfang 2016 gehört das Unternehmen zum Nokia-Konzern.

15 gehört das Unternehmen zum französischen IT-Dienstleister Atos. Der Anbieter ist, mit einem Marktanteil von derzeit 37,7 Prozent, wie in den Vorjahren der mit Abstand führende Hersteller von PBX-Anlagen. Der auf Unified Communication-Lösungen spezialisierte Anbieter gewann im Vergleich zum Vorjahr Marktanteile in Höhe von 1,4 Prozentpunkten hinzu. Bleibt damit jedoch etwas unter dem in 2014 erreichten Marktanteils-Niveau nach Standorten in Höhe von 38,3 Prozent.

Der Marktanteil des Zweitplatzierten Alcatel-Lucent weist im Vorjahres-Vergleich kaum Veränderungen auf (2016:18,7 %, 2017: 19,0 %). Ein ähnliches Bild zeigt der Drittplatzierte. Nach einem leichten Rückgang im Vergleichszeitraum 2015/2016 legte Avaya zwischen 2016 und 2017 wieder leicht zu (+ 0,2 Prozentpunkt).
Ganz anders die Entwicklung bei der Deutschen Telekom. Der Anbieter schaffte zwar zwischen 2015 und 2016 einen leichten Zuwachs (von 6,8 auf 7,7 Prozent). Liegt aktuell jedoch, mit einem Marktanteil nach Standorten von 5,4 Prozent, weiterhin deutlich unter dem Wert von 2016 (Minus 2,3 Prozentpunkte). Und rutscht damit auf den letzten Platz der Top-Sechs-Anbieterliste von ama. Cisco, nunmehr um einen Platz vorgerückt, erzielt im Vergleich zum Vorjahr – im Vergleich mit seinen direkten Wettbewerbern – sogar den höchsten absoluten Zuwachs in Höhe von 1,7 Prozentpunkten.

Telekom zeigt hohe Präsenz in kleineren Unternehmen

Die unten stehende Grafik zeigt die Marktanteile (nach Standorten) der sechs dominierenden PBX-Hersteller, differenziert nach Größenklassen (Anzahl Beschäftigte am jeweiligen Standort). Deutlich wird, dass die Deutsche Telekom offensichtlich besonders bei kleineren Standorten (zwischen 50 und 99 Beschäftigte) punktet. In dieser Klasse erreicht der Anbieter mit 9,6 Prozent im Vergleich zum Gesamtmarkt-Wert einen fast doppelt so hohen Marktanteil. Wettbewerber Cisco bleibt in dieser Gruppe dagegen mit 3,9 Prozent deutlich unter seinem Wert aus Gesamtmarktsicht (6,5 %). Wobei der Anbieter in der Gruppe Großunternehmen (mehr als 500 Beschäftigte) mit einem Anteil von 8,2 Prozent sogar noch einen Platz vor Wettbewerber Mitel (7,7 %) liegt.

Leichte Zugewinne bei den Marktanteilen verbuchten in den letzten beiden Jahren offensichtlich diejenigen PBX-Anbieter, die in der Gruppe der “Großunternehmen” (> 500 Beschäftigte)” – aus Herstellersicht – stärker als ihre Wettbewerber vertreten sind. Hierzu zählen Anbieter wie etwa Cisco und Unify.


Hinweis zur Datenquelle:
Die Grafiken zeigen die Marktanteile (nach Standorten) sowohl für 2016 als auch zum Stand 2017. In telefonischen Interviews fragte ama die IT-Verantwortlichen nach den im eigenen Unternehmen installierten PBX-Lösungen und dessen Hersteller. Einbezogen in die Analyse wurden jeweils nur Unternehmensstandorte mit mehr als 50 PC-Arbeitsplätzen.



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