Wie finanzieren Unternehmen und Behörden ihre PBX-Telefonanlagen?

Wie finanzieren Unternehmen und Behörden ihre PBX-Telefonanlagen?

11. Juni 2017 News

Entscheidungen für eine bestimmte PBX-Telefonanlage treffen Unternehmen und Behörden in der Regel für mehrere Jahre. Ob diese Anlagen eher gekauft als gemietet oder geleast werden untersuchte das Analysten-Team von ama im Frühjahr 2017.

Einmal installiert halten PBX-Telefonanlagen offenbar lange durch. Rund jede dritte in Unternehmen oder Behörden installierte PBX-Anlage ist zwischen 5 und 10 Jahre im Einsatz. Gut jede vierte ist sogar älter als zehn Jahre. Dies fand ama im Rahmen einer Anwenderbefragung Anfang 2016 heraus.

Bei diesen eher langfristig angelegten Investments bevorzugen Entscheider bei der Finanzierung offensichtlich den Kauf der Anlage, statt diese zu mieten oder zu leasen. Nach aktuellen Analysen von ama zur Finanzierungsform von PBX-Anlagen liegt der Anteil über alle Branchen und Unternehmensgrößenklassen hinweg bei stattlichen 77,3 Prozent. Damit bevorzugt derzeit lediglich knapp jeder vierte (22,7 %) von ama befragte Entscheider in Unternehmen und Behörden “Leasing” oder “Miete”, wenn es um die Frage der Finanzierung der eigenen TK-Anlage geht.

Kauf von PBX-Anlagen als Finanzierungsform bleibt attraktiv

Wie die untenstehenden Grafiken ausweisen, erhöhte sich der Anteil der Finanzierungsform “Kauf” im Betrachtungszeitraum 2016/2017 sogar noch um 2,8 Prozentpunkte (2016: 74,5 %). Während gleichzeitig der auf die Finanzierungsoption “Leasing” entfallende Anteil von 9,9 auf 9,5 Prozent und der auf die Option “Miete” entfallende Anteil von 15,5 auf 13,2 Prozent sank.

PBX-Anlagenkauf – Verändertes Entscheiderverhalten in Großunternehmen?

Großunternehmen (> = 500 Beschäftigte) wählten im Vorjahr offenbar deutlich häufiger die Kaufoption als kleinere und mittelgroße Unternehmen (>50
Allerdings geht aus den Anfang 2017 von ama ermittelten Daten hervor, dass sich das Verhalten beider Entscheidergruppen annähert: Der Anteil der Unternehmen, die die Kaufoption wählten, liegt derzeit in der Gruppe der KMU bei 76,7 Prozent und in der Gruppe der Großunternehmen bei 79,8 Prozent. Offensichtlich ziehen die Entscheider in größeren Unternehmen – neben dem Kauf – inzwischen wohl öfter auch andere Finanzierungsoptionen in Betracht.

Ein Grund hierfür dürfte – im Vergleich zu kleineren und mittleren Unternehmen – in einer deutlich größeren Bereitschaft von Großunternehmen liegen, in eine moderne, softwarebasierte PBX-Anlage zu investieren. Diese bieten – im Unterschied zu klassischen ISDN-Anlagen eine höhere Flexibilität und Skalierbarkeit und damit mehr Zukunfssicherheit. Ein wesentlicher Aspekt, der aus Entscheidersicht auch bei der Finanzierungsform zu berücksichtigen ist. So zeigte die vorgenannte Anwenderbefragung im Frühjahr 2016, dass die überwiegende Mehrheit der Entscheider (71,8 %) in kleineren und mittelgroßen Unternehmen in naher Zukunft keinerlei Modernisierung ihrer TK-Anlagen beabsichtigten. Während sich die Entscheider in Großunternehmen deutlich weniger häufig gegen eine Modernisierung aussprachen (58,6 Prozent).

Ein weiterer Grund dürfte auch in dem von ama in den einzelnen Betriebsgrößenklassen ermittelten unterschiedlichen Alter der Bestandsanlagen liegen. Anfang 2016 betrug der Anteil der von ama befragten Entscheider in Großunternehmen, die ihre PBX-Anlage in die Kategorie “älter als 5 Jahre” einordneten, bei 65,5 Prozent. In der Unternehmensgrößenklasse der kleineren und mittelgroßen Unternehmen lag der Anteil um 3,8 Prozentpunkte niedriger (61,7 %).

Branchenanalyse – Kaum Unterschiede im Finanzierungsverhalten

Kauf, Miete oder Leasing. Werden diese Finanzierungsoptionen im Zusammenhang mit einer Neuanschaffung oder Ersatzbeschaffung in den jeweiligen Branchen unterschiedlich bewertet?

Wie die untenstehende Grafik ausweist, sind die Unterschiede in den hier ausgewählten Branchen eher gering. Lediglich die Branchen “Industrie” und “Dienstleistungen” fallen etwas aus dem Rahmen. In beiden Branchen liegt der Anteil der Option “Miete” mit 15,1 respektive 14,7 Prozent leicht über denen der anderen Branchen. Ebenfalls ins Auge fällt der Gesundheitssektor, hier liegt der Anteil bei der Option “Kauf” mit 86,1 Prozent deutlich über dem Schnitt aller Branchen.

Ausblick

Angesichts der von ama ermittelten Ausgangslage in 2016 wonach rund 70 Prozent der TK-Anlagen noch zu den „Klassikern” gehören, basierend auf analogen oder ISDN-Anschlüssen, dürfte sich der PBX-Markt auch in naher Zukunft nicht wesentlich dynamischer entwickeln als bisher. Es sei denn, die Telekom setzt ihre Ankündigung, ISDN Ende 2018 abzuschalten, tatsächlich um. Mit dem dann zunehmenden Zwang zur Modernisierung der bestehenden klassischen ISDN-basierten TK-Anlagen in Richtung softwarebasierter PBX-Anlagen könnte Bewegung in den Markt kommen. Dann dürfte bei der Anlagen-Finanzierung auch Leasing oder Miete wieder stärker ins Blickfeld der Entscheider geraten, da diese Optionen deutlich mehr Flexibiltät bieten als ein Kauf der Anlage.

Hinweis zur Datenquelle


Die Grafiken zeigen die Marktanteile (nach Standorten) sowohl für 2016 als auch zum Stand 2017. In telefonischen Interviews fragte ama die IT-Verantwortlichen nach den im eigenen Unternehmen installierten PBX-Lösungen und dessen Hersteller. Einbezogen in die Analyse wurden jeweils nur Unternehmensstandorte mit mehr als 50 PC-Arbeitsplätzen.



Teile den Beitrag







ama im Blick
×

 

    Mit dem Absenden des Kontaktformulars, erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet werden (Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung). Weitere Details über unser Unternehmen finden Sie im vollständigen Impressum
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
×
DAS NEUE AMA WHITEPAPER
Jetzt kostenlos das Whitepaper mit Handlungsempfehlungen
der EMIG und Rechtsexperten als PDF downloaden
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin mit der Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten einverstanden.
Ich bin damit einverstanden neben den angeforderten Informationen weitere Informationen von ama per E-Mail zu erhalten. (z.B. Newsletter, E-Books, Webinare)